Roadtrips ans Meer

In Europa gibt es viel zu entdecken. Zum Beispiel auf diesen Traumstraßen am Meer von der Causeway Coastal Route in Irland bis zur Adria Magistrale in Kroatien.

ADRIA-MAGISTRALE IN KROATIEN
Auf 643 Kilometern erstreckt sich die Jadranska Magistrala, zu Deutsch: Adria-Magistrale, entlang der kroatischen Küste von Rijeka nach Dubrovnik. Über tausend Inseln, nahezu endlose Weinberge, UNESCO-Welterbestätten, Nationalparks und Olivenhaine demonstrieren Reisenden die Schönheit der Ostküste am Adriatischen Meer. Die Jadranska Magistrala ist Teil der Europastraße 65, beginnt in der Nähe von Triest in Italien und führt bis nach Ulcinj in Montenegro. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde sie erbaut und gilt noch heute als eine der malerischsten Küstenstraßen weltweit.

CAUSEWAY COASTAL ROUTE IN IRLAND
Wer mit dem Wohnmobil durch Irland reist, hat sie garantiert auf seiner Liste, die 193 Kilometer lange Causeway Coastal Route. Die Tour führt von Belfast über Larne, Ballycastle, Castlerock und Ballymena nach Derry. Hinter Larne flankieren felsige Klippen wie Festungsmauern die See auf fast 160 Kilometern Länge, neunmal unterbrochen von tiefen Bergschluchten, die einen grünen Weg ins Landesinnere eröffnen. Jedes Tal verspricht eine besondere und einzigartige Atmosphäre – verstärkt vom launischen nordatlantischen Wetter, das das eine Dorf in Nebel hüllt und das nächste in Sonnenschein badet. Ein weiteres, weltweit einmaliges Highlight ist der Giant‘s Causeway. Etwa 40.000 größtenteils sechseckig geformte Basaltsäulen mit einem Alter von etwa 60 Millionen Jahren und einer Höhe von bis zu zwölf Metern schaffen ein fast unwirklich anmutendes Szenario.

KUHRISCHE NEHRUNG IN LITAUEN
Die Straße führt an Wiesen vorbei zur Kuhrischen Nehrung, die Litauen mit der russischen Exklave Königsberg und Kaliningrad verbindet. Wer seine Tour in Šiauliai beginnt, fährt nach kurzer Zeit zum Berg der Kreuze. Namensgebend sind die rund 100.000 Kreuze, die von dort oben in den Himmel ragen. Vor allem Pilger errichteten sie auf dem Hügel, wo auch heute noch zahlreiche Gottesdienste und Kirchweihfeste stattfinden. Auf der E272 geht es weiter nach Westen bis nach Palanga, einem der fröhlichsten Küstenorte des Landes. Klaipeda lockt mit vielen Restaurants zur Einkehr. Wer mit der Fähre nach Smiltyne übersetzt, fährt über Straßen, die von riesigen Sanddünen überragt werden. In Nida locken Räucherfisch und baltisches Bier.

ISLE OF SKYE IN SCHOTTLAND
Von Portree auf der schottischen Insel Skye bis zur Küstenstadt Applecross auf dem Festland ist es eine atemberaubende Reise um und durch die schottischen Highlands. Nur knapp zweihundert Kilometer liegen Portree und Applecross voneinander entfernt, doch die Straße bietet gigantische Eindrücke: Die Red Cuillins, dreieckige Gipfel, ragen bei Glen Sligachan auf. Gegenüber erheben sich die Black Cuillins, düster und zerklüftet wie eine Reihe halb abgebrochener Zähne. Die Straße führt bis zur Südspitze der Insel und der Skye Bridge. 1995 wurde die Brücke eröffnet, sie überspannt den pittoresken Lochalsh Sound und ersetzt den Fährbetrieb, der zuvor bereits seit dem 17. Jahrhundert existierte. In einem sanften Auf und Ab mäandert die Straße vorbei an Kiefern und Silberbirken. Davor erheben sich die kargen Gipfel der Torridon Hills mit ihren teils schneebedeckten Flanken. Wer Glück hat, entdeckt in diesem Gebiet See- und Königsadler.

DER SÜDOSTEN SIZILIENS
Sizilien, die größte Insel Italiens, lockt mit einsamen Schluchten, schroffen Felsen und Bergmassiven und einigen der schönsten Barockstädten Jahr für Jahr zahlreiche Besucher an. Spannend ist der Südosten mit Orten wie Noto, Modica und Ragusa voller Barockarchitektur. Nahe Ispica erstreckt sich eine große Schlucht, die Cava d‘Ispica mit prähistorischen Gräbern. Zitronenhaine sind von Trockenmauern begrenzt, überall erstrahlen leuchtende, mediterrane Farben im scharfen Sonnenlicht. Die Route beginnt in Noto und führt über das kleine Bergdorf Ispica nach Modica. Von dort aus geht es weiter ins Landesinnere nach Ragusa und über Chiaramonte nach Gulfi. Beide Orte haben sich mit ihrem Olivenöl und ihren Schweinefleisch-Gerichten einen Namen verschafft.

>> Der Beitrag erschien im Camping Ratgeber, einem Sonderheft des Camping & Reise-Magazins, Ausgabe 01/2021. Verlag: MSV Medien Baden-Baden GmbH.

Leave A Comment

Your email address will not be published.