Eisblaues Ziel. Zur Laguna 69 im Nationalpark Huascaran.

Ein eisblauer See auf 4680 Metern Höhe. Wandern im peruanischen Nationalpark Huascaran, vorbei an Gletschern und den stillen Weiten seiner Hochgebirgslandschaften. Das klingt alles gut genug, um mit meinem Freund Daniel eine Tagestour zur Laguna 69 bei Huaraz zu unternehmen.

Huaraz gilt als das Mekka des andinen Bergsteigens, sozusagen als das Chamonix von Peru. In der 120.000 Einwohner zählenden Stadt auf ca. 3100 Metern Höhe gibt es nichts, was es für Trekker und Bergsteiger nicht gibt: eine perfekte Infrastruktur mit Kneipen, Restaurants, Märkten und Hotels in fast allen Preisklassen. Dazu reihen sich Reiseagenturen mit ihren bunten Werbeschildern in den Straßen aneinander. Von hier aus lässt sich mit den entsprechenden Partnern nahezu jede Tour organisieren, vom Tagesausflug zur Laguna 69 bis zur Expedition auf den Huascaran, Perus höchster Berg mit 6768m.

Wir deponieren unser Gepäck bei unseren Gastgebern, die wir auf der Internetplattform Couchsurfing kontaktierten. Zwei Paare aus den USA, die in unserem Alter sind und ein Haus mit Garten am Stadtrand bewohnen. Sie sind wegen den Bergen nach Huaraz gekommen. Ihre Jobs in den USA haben die vier an den Nagel gehängt, um sich wandern und kletternd im Hochgebirge auszutoben.

Zu den Giganten der Anden zählen der majestätische Nevado Alpamayo (5947 m), der Pucajirca Oeste (6036m) und der Nevado Santa Cruz (Nevado Pucaraju 6241m). Bestiegen haben sie den Huascaran; die anderen Bergriesen stehen auf ihrer Agenda.

Unsere Gastgeber July und Louis haben zwei Pakete geschultert, die sie im Stadtzentrum zur Post bringen möchten. Wir begleiten sie. Steile Straßen führen an Häusern aus Beton vorbei, aus deren Flachdächern rostige Stahlstangen ragen. Wir stapfen über Plastiktüten, die in allen Farben in den Gassen kleben. Nach etwa einer halben Stunde Fußmarsch verabschieden wir uns von den beiden und steuern einen Buchladen an, um uns eine Karte von der Region zu besorgen. „Gruselig, diese zig Agenturen hier“, sagt Daniel und ergänzt, dass er noch nie eine organisierte Tour buchte. Die Cordillera Blanca ist das höchste tropische Gebirge der Erde. Es gibt ein paar Tipps, um mit der Höhe besser klarzukommen: trinken, bevor man durstig ist. Oder: viele kleine Portionen anstelle einer großen Mahlzeit essen, da beim Verdauen Blut in den Magen schießt, was danach in den Muskeln fehlt.

Am nächsten Morgen um sechs steigen wir in einen Kleinbus, der uns zweieinhalb Stunden später, nach knapp hundert Kilometern Fahrt in Richtung Norden, am Ausgangspunkt der Tour entlässt. Wir queren Hochmoore, springen über gurgelnde Gebirgsbäche und wandern an krüppeligen Kiefern vorbei, bis wir nach etwa einer Stunde über der Baumgrenze sind und zartgrüne Flechten riesige Felsbrocken überwuchern. Rechts neben uns recken der Yanarahu und der Yanaphaqcha ihre schneebedeckten Kuppen in den Himmel.

Nach etwa fünf Stunden Aufstieg durch steiles, durchsetztes Gelände stehen wir vor ihr: Eisblau leuchtet das Wasser der Laguna 69, dahinter fällt die fast senkrechte, vereiste Südwand des Chacraraju in zerfurchten Hängegletschern ab. Die Luft ist klar und schneidend kalt. Ein Kerl aus Vancouver Island kriecht am Ufer aus seinem Zelt, zieht unbedarft blank und steigt in den See, als hätte das Wasser Badewannentemperatur. Wir essen Käsebrote, erklären die Laguna 69 zur perfekten Tagestour und beschließen, unsere Gastgeber am Abend über die weiteren Bergriesen auszufragen.

............Laguna 69

Im Regen

blauer geht's nicht

...

...... ... ... ... ...

Huascaran Nord...

......

 

aussichtsreich

Andenkiefern

Wanderoutfit

Eingang zum Nationalpark Huascaran

Leave A Comment

Your email address will not be published.