Kuriositäten aus Pimentel

Seit knapp vier Monaten lebe und arbeite ich in Pimentel, in etwa einer Woche schippern Daniel, Linda und ich auf einem Boot den Amazonas hinunter nach Iquitos, der Beginn unserer Reise durch Peru. Zeit also, ein paar Kuriositäten aus Pimentel aufzuführen, bevor wir diesen wunderbaren Ort verlassen.

Chiclayo, Chiclayooooo:

moto_surfbrettCombis, Motos, Collectivos oder Taxis transportieren einen von A nach B und meistens auch wieder zurück. Man stellt sich an die Straße, winkt ein Verkehrsmittel seiner Wahl heran, fragt vor dem Einsteigen nach dem Preis (falls man ihn noch nicht weiß) und steigt ein. Combis sind Kleinbusse, meist von Toyota und für etwa zwanzig Personen ausgebaut. Die Reihe hinter dem Fahrer fährt rückwärts. Ein Geldeintreiber steht in gebeugter Haltung zwischen allen Passagieren nahe der Tür, sammelt während der Fahrt das zu bezahlende Kleingeld ein, öffnet die Schiebetür wenn jemand ein- oder aussteigen möchte und gibt während der Fahrt aus offenem Fenster bekannt, wo der Bus hinfährt. „Chiclayo, Chiclayooooooooo.“

Motos (s. Foto) sind das südamerikanische Äquivalent zu motorisierten Rikschas. Sozusagen ein Dreirad mit Zeltaufsatz, gerne mit biblischen Versen verziert (Jesus liebt dich). Ein Moto bietet Platz für drei Passagiere, wer nett fragt, darf man manchmal Surfbretter oder andere sperrige Gegenstände transportieren. Collectivos sind wie Taxis, nur billiger, da unterwegs noch andere Fahrgäste eingesammelt werden.

Subkultur:

DSC_0774Pimentel beheimatet neben der Surfszene eine weitere Subkultur. Vorzugsweise liegen ihre Anhänger schlafend an belebten Straßen im Schatten, abends ziehen sie in Banden um die Häuser oder stehen vor unserem Büro Schlange, um unsere Hündin Kira zu begatten. Die Straßenhunde in Pimentel sind mir ans Herz gewachsen und tragen mittlerweile Namen. Am liebsten mag ich Elsa, sie ist etwas dick, braun, hat Ohren wie ein Gremlin und meine Mitbewohnerin Rhian findet, dass sie Ähnlichkeit mit einer Kuh hat. Weitaus weniger süß als Elsa sind Peruanische Nackthunde. Ganz unbehaart sind die Anhänger dieser Rasse jedoch nicht, dünne Fellbüschel zieren Nacken und Schwanz.

Chickenlady:

In der Mitte ein Gaskocher, links daneben ein flimmernder Fernseher mit Antenne auf einem Holzstühlchen und rechts ein Plastiktisch, reich gedeckt mit Hühnchenbrust, Salat und Pommes: Jeden Abend zwischen halb acht und halb zehn steht eine ältere Dame mit ihrem mobilen Stand vor ihrer Haustür am Marktplatz und verkauft sehr leckere Hähnchenburger für 2 Soles (50 Cent). Großartig ist ihre Herdkonstruktion: Sie hat einen Gaskocher, auf den sie ein altes Backblech legt. Mit etwas Olivenöl darauf dient es als riesige Bratpfanne. Darauf brät sie Fleisch und Pommes an, auch letzteres wird zusammen mit Salat und Soßen nach Wunsch in den Burger gelegt.

Wechselgeld:

Die meisten Automaten geben 100 Soles heraus, das sind etwa 25€. Möchte man damit zum Beispiel im Supermarkt bezahlen, gibt es meist nicht genug Wechselgeld und der komplette Einkauf muss zurück ins Regal gestellt werden. Oder die Kassiererin verschwindet für einige Minuten, um Kleingeld zu organisieren. Sehr zu Freude der anderen Wartenden. Horte wenn möglich etwas Kleingeld, das braucht man sowieso für die öffentlichen Verkehrsmittel oder die Stände an der Straße, zum Beispiel bei der Chickenlady.

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