Elimu – Bildung in Ostafrika e.V. und die Sache mit der Entwicklungshilfe

Letzte Woche überlegten wir mit unserem Verein »Elimu – Bildung in Ostafrika«, welche Bilder auf die Startseite unserer Website kommen sollen. Kenianische Kinder in Klassenzimmern, mit Büchern auf den Tischen, hatten wir überlegt. Und sind sofort auf Bedenken gestoßen, weil es dem Bild vieler von Afrika als arm und hilfsbedürftig entspricht. Einige Hilfsorganisationen appellieren an das Mitleid der Spender, lassen den Klingelbeutel für Afrika herumgehen. Mit teils drastischen Bildern und Appellen, die nicht immer der tatsächlichen Lage entsprechen. Bilder und Mitleid nutzen sich ab mit der Zeit, es müssen also stets neue her.

Während einer Exkursion nach Ostafrika im Rahmen meines Geographiestudiums ist mir klar geworden, dass es Hilfsorganisationen nicht nur darauf geht, bedürftige Menschen zu unterstützen, sondern auch um den Selbsterhalt. Wie normale Unternehmen möchten sie wachen, neue Zweigstellen eröffnen und ihren Mitarbeitern bessere Gehälter zahlen. Wenn es keinen Hunger mehr gäbe, müssten sie sich auflösen. Dennoch: Hilfsorganisationen sind nicht das Grundübel, das man für Fehlentwicklungen in Afrika verantwortlich machen darf. Sie leisten oft gute Arbeit. Allerdings haben einige über Jahrzehnte ein Bild von Afrika vermittelt, das nachhaltig schadet. Afrika erscheint vielen als ein homogener Kontinent, chronisch bemitleidenswert und hilfebedürftig. In den Köpfen der Menschen aus Ländern des globalen Nordens sollte die Erkenntnis reifen, dass Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit »von unten« beginnen muss. Das heißt, überschaubare Projekte sollten in enger Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen durchgeführt werden. Je kleinteiliger die Projekte, umso effektiver sind die Erfolge für die Menschen vor Ort.

Ziel von »Elimu – Bildung in Ostafrika e.V.« ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Partnern in Kenia und Tansania, um die Ausstattung von Schulen zu verbessern und Bildungschancen auszubauen. Im Gegensatz zu deutschen Bildungseinrichtungen sind die kenianischen nur bedingt staatlich gefördert und so sind viele Schulen gezwungen, den laufenden Betrieb und das Lehrergehalt über Schulgebühren zu sichern. Elimu ist eine junge NGO, die verschiedene Schul- und Jugendprojekte in Kenia und Tansania unterstützt. Über die Partnerorganisation »Donyo Integrated Sports Center« in Nairobi ist auch die Vergabe von Mikrokrediten möglich. Darüber hinaus besteht ein entwicklungspolitisches Bildungsangebot für deutsche Schulen. 100 Prozent der Spenden fließen direkt in die Projekte vor Ort.

Website: www.elimu-ev.org
Vereinssitz: Hannover (davor war es Trier). Partner vor Ort: Donyo Integreated Sports Center (DISC) – Kenia

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