Die Geschichte mit dem Röntgengerät

Dass große Krankenhäuser mit Röntgengeräten ausgestattet sind, ist für uns völlig normal. Anders in Peru. Letzte Woche erhielt eine Klinik für Krebserkrankungen das erste Röntgengerät der Region Lambayeque, wo wir wohnen.
Mein Chef bat mich, das Ereignis fotografisch zu dokumentieren, was ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Es rückten einige Radio- und Fernsehjournalisten an, um von dem Event zu berichten. Mittendrin stand ich mit meiner Kamera.

Eingepfercht zwischen etwa zwanzig Schulkindern fuhr ich vormittags in einem Kombi zur ca. dreißig Minuten von Pimentel entfernt gelegenen Klinik. In einem roten Festzelt vor dem Haupteingang begrüßten die drei Chefärzte den Empfang des Geräts.
Trotz sprachlicher Barrieren war die Szenerie ergreifend: Etwa hundert Menschen, darunter Kinder und sehr viele alte Leute, folgten aufmerksam den Worten der Ärzte.
Eine Krankenpflegerin balancierte ein mit Fischhäppchen bestücktes Silbertablett zwischen den Reihen hindurch, aus alten Lautsprechern schepperten peruanische Popsongs.

Nach der Zeremonie betrachteten wir das Gerät aus der Nähe. Am Empfang des Krankenhauses erhielt jeder Gast ein Gläschen Weißwein. Mit dem Weinglas in der rechten und der Kamera in der linken Hand ging ich mit den Gästen, Ärzten und Journalisten lange Flure hinunter. Vorbei an langen Stuhlreihen, auf denen Angehörige auf ihren Einlass in die Zimmer der Patienten warteten. Die Klinik wirkte modern, Neonlicht spiegelte sich in den weißen Bodenfließen, es roch nach Desinfektionsmitteln.

Zwischen zahlreichen Journalisten und Kameraleuten machte ich ein paar Aufnahmen mit den Ärzten vor dem Röntgengerät. Auf der Rückfahrt nach Pimentel kam ich mir vor wie eine Zeitreisende, die zurück in die Vergangenheit versetzt wurde. Ein Röntgengerät in einer Krebsklinik sorgte für eine fortschreitende medizinische Entwicklung der Region Lambayeque.

 

Leave A Comment

Your email address will not be published.